Dogcontent. Lotta-Filipas Tagebuch. Februar/KW 6+7

Mittwoch, 17. Februar

BTW: wären die nationalen Grenzen nach meiner Geburt dicht gewesen, hätte ich nicht überlebt. Meine Rettung war, dass ich aus einer (vermutlich) osteuropäischen Welpen-Zuchtfabrik ohne jegliche Probleme nach Deutschland verfrachtet, dort ausgesetzt wurde und sterbenskrank im Berliner Tierheim landete.

Wühltischwelpe © Sabine Münch
Wühltischwelpe © Sabine Münch

Von meinem Schicksal abgesehen, weitaus schlimmer ist sicherlich das: Ohne das Schengener Abkommen wäre Herrchen nicht auf den Hund, sprich: auf mich gekommen. Ich hoffe, die Politik besinnt sich. Wer nationale Grenzen dicht macht, sorgt für noch mehr Leid!

Freitag, 19. Februar

Das wird hier immer doller und Herrchen kriegt nichts mit! Ich belle den ganzen Abend aus vollen Kräften draußen etwas Helles an. Zunehmend genervter versucht Gesine, mich zu beruhigen: der Kran gegenüber hat kein Flutlicht an. Ich belle trotzdem ein Licht an, das weder vom Mond, noch vom Kran kommt. Es vergehen Stunden, bis sich Herrchen endlich ein Herz fasst, mit mir draußen zu inspizieren, was mich so in Rage und Gesine um die Ruhe bringt.

Draußen: taghell, obwohl das Flutlicht am Kran nicht an ist. Gesine irritiert, ich siegesgewiss:  schließlich belle ich nächtens ja nicht grundlos aus Leibeskräften! Herrchen macht sich auf zum Hellen – mit mir an ihrer Seite traut sich Gesine nämlich was. Sie stellt die, die die Nacht zum Tag machen, zur Rede. Mit mir als Vorwand, versteht sich: „Was erlauben Sie sich hier. Mein Hund findet keine Ruhe!“

Betroffenes Schweigen, beschwichtigende Gesten, eine Hand gerät sogar in Versuchung, mich streicheln zu wollen. Ich schaue grimmig, Gesine entschlossen. „Was machen Sie hier? Mein Hund kommt nicht zur Ruhe!“ Nach der Erklärung, warum es vor unserer Haustüre taghell ist, setze ich mich in Pose. Herrchen meidet – aus einleuchtenden Beweggründen – prompt das Rampenlicht. Wie geil ist das denn? Direkt vor unserer Haustüre wird mit ganz viel Aufwand ein Film gedreht. Bestenfalls ein Tatort! Und ich war dabei!

Samstag, 20. Februar

Wuthund © GvP
Wuthund © GvP

Ich echauffiere mich selten, klar regt es mich auf, wenn ich nicht hinter dem Kaninchen her darf, das Leckere nicht fressen soll, das ich im Gebüsch entdeckt habe, wenn Herrchen am Schreibtisch wichtig tut und keine Zeit für mich hat oder wenn der bornierte Dackel-Nachbar namens Basti (nomen est omen) es nicht für nötig befindet, mich so zu begrüßen, wie es sich für anständige Hunde nun einmal gehört. – Wobei, so toll riecht der hinten nun auch wieder nicht.

Kurzum, ich komme gut klar mit meinem Leben. Ich interessiere mich für das, was wirklich wichtig ist (Spielen, Fressen, Rennen, Schnüffeln, Freunde, Fressen, Schmusen, Markknochen, Bälle, Fressen) und echauffiere mich nicht. Und schon gar nicht über solche Sachen, die Herrchens Blutdruck hoch treiben … und zwar immer öfter. Nee, da halte ich mich lieber raus. Heute allerdings war ich ganz bei Herrchen: dem Mob muss man anderes entgegensetzen als einen Stinkefinger!

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