Hunde am Schlachtensee. Zum vorerst letzten Akt einer Provinzposse

da herrschte noch Frieden am Schlachtensee © GvP
da herrschte noch Frieden am Schlachtensee © GvP

Am 15. Mai dieses Jahres trat in Berlin ein Hundeverbot in Kraft, um das vehement gestritten wurde. Zwei Gewässer waren kurzerhand zu Badestellen erklärt worden, an denen Hunde per se nichts verloren hätten. Am 15. Dezember hat das Berliner Verwaltungsgericht das kontrovers umstrittene Gesetz wieder gekippt. Zumindest angeleint dürfen Hunde ab sofort auf den Uferwegen von Schlachtensee und Krumme Lanke wieder mitgeführt werden. Freude über diese Entscheidung will sich bei mir nicht recht einstellen. Allenfalls Schadenfreude. Mit Argumenten, die auf wackeligen Beinen stehen, mag man zwar in Berlin die Bevölkerung für dumm verkaufen wollen. Aber, gottlob, ziehen sie nicht beim zuständigen Gericht.

Durchgeboxt hatte das Hundeverbot Stadträtin Christa Markl-Vieto. Sie ist von den Grünen und Medienberichten zufolge selbst Hundehalterin. Bis zuletzt hielt sie an der Verordnung und den hanebüchenen Rechtfertigungen, warum das Gesetz für Mensch und Natur zwingend notwendig sei, kompromisslos fest. Wider die Meinung vieler Experten, die dagegen immer neu zu Felde zogen.

Was auch immer die Stadträtin geritten haben mag – Populismus dürfte es nicht gewesen sein. Vor dem Erlass war die Stimmung an den Seen noch einvernehmlich. Erst nach dessen Inkrafttreten verhärteten sich die Fronten. Nun fühlten sich die Befürworter im Recht, sogar aggressiv gegen Halter und Hund vorzugehen. Selbst in den oberhalb der Seen gelegenen Arealen, wo Hunde weiterhin zugelassen waren, kam es häufig zu Pöbeleien und Streitereien. Die Atmosphäre war schließlich so aufgeheizt, dass wir nun auch die Waldgebiete rund um den Schlachtensee mieden. Damit standen wir beileibe nicht alleine. Viele Menschen, ob mit oder ohne Hund, trauten sich nicht mehr dort hin.

Lotta-Filipa rennt am Schlachtensee davon © GvP
Lotta-Filipa rennt am Schlachtensee davon © GvP

Warum war eine ehemals friedliche Stimmung plötzlich so vergiftet? Weil es den verantwortlichen Politikern bei der Verabschiedung des Hundeverbots an Weitsicht, Sensibilität und offensichtlich auch an Fachkompetenz gemangelt hat. Anderenfalls hätten sie das Verbot nicht auf Argumente gestützt, die das Verwaltungsgericht gestern für null und nichtig erklärt hat. Freilich dürften sich die aufgeheizten Gemüter durch die Entscheidung nicht so schnell wieder beruhigen lassen.

Auch Markl-Vietos Einsicht, nach der Niederlage nun doch einen Dialog mit den Kontrahenten zu suchen, kommt zu spät. Dank einer Politik, die auf Konfrontation statt auf Vermittlung gesetzt hat, ist das Kind doch längst in den Brunnen gefallen. Das Gelände rund um den Schlachtensee ist vermint. Deshalb ist leider absehbar, dass diese Schlappe vor dem Verwaltungsgericht weiteres Öl ins Feuer der Kontrahenten gießt.

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