Archiv für den Monat November 2015

Hunde vor der Kamera

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Copyright: Sabine Münch, Berlin

 

 

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Kleiner Hund – große Geste. Lotta-Filipas Begegnung mit einem Flüchtlingskind

Blogparade:Schreiben gegen Rechts
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In dieser Woche – am Mittwoch. Wir steigen an der Berliner Straße in die U7 Richtung Rathaus Spandau um. Obwohl das Gedränge groß ist, ergattern wir den Notsitz direkt neben der Türe. Wie immer, wenn wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, nimmt Lotta-Filipa auf meinem Schoß Platz. Ausgestreckt beäugt sie das Menschengewühle interessiert. Die Ohren gespitzt, das feuchte Näschen emporgestreckt, um noch besser wittern zu können.

Direkt vor uns ein Vater. Hand in Hand mit seinem etwa achtjährigen Sohn. Das Kind sieht traurig aus, der Vater abgeschlagen. Sie scheinen eine lange, anstrengende Reise hinter sich zu haben. Unverwandt schaut der kleine Junge mit seinen tieftraurigen, dunkelbraunen Augen Hundi an. Ich nehme Blickkontakt zu ihm auf. Er signalisiert mir verhalten, dass er Lotta-Filipa streicheln möchte. Ich nicke. Der Junge schaut fragend zu seinem Vater auf, der ebenfalls nickt.

Hand in Hand © Sabine Münch
Hand in Hand © Sabine Münch

Bedächtig beginnt der kleine Junge Hundi zärtlich zu streicheln. Sie genießt es sichtlich. Ich zeige auf Lotta-Filipa, sage ihren Namen und deute fragend auf ihn. Er lächelt zaghaft und nennt mir einen fremdländisch klingenden Namen, den ich nicht recht verstehe. Dann wiederholt er flüsternd ihren Namen: „Lotta.“

Lotta-Filipa setzt sich auf meinem Schoß auf. Sie schaut den Jungen an, dann reicht sie ihm ihr Pfötchen. Er nimmt ihre Pfote behutsam in seine Hand.

Um uns herum wurde es still. Diejenigen, die die Szene in der U7 aus der Nähe beobachtet haben, schauten verwundert. Mancher war perplex, andere schienen tief gerührt. Dem Vater des Jungen kamen die Tränen, ich kämpfte dagegen an.

Lotta-Filipa und der Junge hielten so lange Händchen bis wir die U-Bahn am Adenauerplatz verlassen mussten. „Tschüss, Kleiner. Glück auf!“ – „Tschüss, Lotta.“ Ich werfe einen Blick zurück zum Vater. Er lächelte versonnen. Irgendwie wirkte er auf mich sogar so, als wäre er nun ein klein wenig sorgenfreier.