Bonmots über Hunde werfen kein gutes Licht

Der Hund ist das einzige Wesen auf Erden, das dich mehr liebt als sich selbst.(Josh Billings)
Wer nie einen Hund gehabt hat, weiß nicht, was lieben und geliebt werden heißt.(Arthur Schopenhauer)
Viele, die ihr ganzes Leben auf die Liebe verwendeten, können uns weniger über sie sagen als ein Kind, das gestern seinen Hund verloren hat.(Thornton Wilder)

Seitdem ich auf den Hund gekommen bin, fallen sie mir ins Auge. All‘ überall. Bonmots, Aphorismen und Zitate, die den Hund hochleben lassen. Obwohl ich selbst dazu neige, Lotta-Filipa so manches anzudichten, stößt mich das gegen den Kopf, was man dem Hund anhängt. Ehre macht das nicht.

Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen.(Ernst R. Hauschka)
Hunde - die besseren Menschen © GvP
Hunde – die besseren Menschen © GvP
Woran sollte man sich von der endlosen Verstellung, Falschheit und Heimtücke der Menschen erholen,wenn die Hunde nicht wären,in deren ehrliches Gesicht man ohne Misstrauen schauen kann?(Arthur Schopenhauer)
Wundern muss ich mich sehr, dass Hunde die Menschen so lieben; denn ein erbärmlicher Schuft gegen den Hund ist der Mensch.(Christian Friedrich Hebbel)

Sinnsprüche über Hunde, wie sie beispielsweise zuhauf in den Sozialen Netzwerken kursieren, befremden mich. Nicht etwa, weil der Hund bei Hebbel, Assisi, Wilder oder Schopenhauer schlecht weg kommt. Nein, deshalb nicht. Sondern deshalb, weil er idealisiert wird. Was das Zeug hält! Schaut freilich wer etwas genauer darauf, was der Mensch assoziert, dem sollte ein Schrecken in die Glieder fahren. Viel scheint der Mensch von seiner Art nicht zu halten. Im Abgleich mit dem Hund steht er sogar ziemlich schäbig da.

Einer der Unterschiede zwischen Hund und Mensch besteht darin, dass man sich in der Not auf diesen niemals, auf jenen aber immer verlassen kann.(George-Louis Leclerc de Buffon)
Je mehr ich von den Menschen sehe, umso lieber habe ich meinen Hund.(Friedrich der Große)
Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.(Louis Armstrong)
Dass mir der Hund das Liebste ist, sagst Du, Oh Mensch, sei Sünde. Der Hund bleibt Dir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.(Franz von Assisi)

Egal welcher Couleur oder Intention, sie mögen besinnlich, ironisch, spaßig oder sarkastisch gemeint sein: Unisono geben uns die Zitate zu verstehen, dass Hunde die besseren Menschen sind. Sie sind treu, lieben bedingungslos, kennen kein verdecktes Visier und spielen nicht mit falscher Münze. Hunde sind loyal. Sie sind gutmütig und warmherzig – nicht niederträchtig und kaltschnäuzig wie unsereiner. Für Hebbel, Assisi, Wilder, Schopenhauer & Co verkörpern Hunde das Ideal vom Gutmenschen. Was sie auch immer dem Hund andichten,  wirft ein schlechtes Licht auf den Menschen. Die Krönung der Schöpfung …

warmherzig, nicht kaltschnäuzig © GvP
warmherzig, nicht kaltschnäuzig © GvP

Wirklich ernüchternd wirkt diese Erkenntnis offensichtlich nicht. Verbleibt uns ja noch die Hoffnung, dass Hildegard von Bingens Ratschlag irgendwann – in weiter Ferne – doch mal Früchte trägt.

Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund! (Hildegard von Bingen)

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “Bonmots über Hunde werfen kein gutes Licht

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s