Verwöhnte Köter. Frustierte Halter

Leider muss ein Halter, der für seinen Hund nur das Beste will,  auch lernen, mit Frust umzugehen. Denn nicht alles, was er für seinen Vierbeiner für „gut“ oder sogar für „sehr gut“ hält, ist dem Hund ebenfalls zu Gefallen. Meinem Hund jedenfalls nicht.

die ramponierte Maus © GvP
die ramponierte Maus © GvP
Nehmen wir beispielsweise die kleine, gelbe Quietschemaus, die etwa zeitgleich mit Lotta-Filipa vor knapp zwei Jahren in Steglitz einzog. Da Hundi ihr vor allem anderen Spielzeug den Vorzug gab, machte sie bereits nach wenigen Wochen keinen Mucks mehr. Mit der Zeit kam die gelbe Maus immer weiter runter. Bis auf die Eingeweide.  Da ich für gleichwertigen Ersatz sorgen wollte, wurden sämtliche Tierfachgeschäfte abgeklappert. Da eine Gelbe nirgends aufzutreiben war, entschied ich mich nach wochenlanger Suche, Hundi mit DREI neuen, quietschfidelen Mäusen zu beglücken. Zwei Roten und einer Blauen. Zu meiner Enttäuschung fiel die Begrüßung mau aus. Nach einem kurzen Schnupper ließ Lotta-Filipa die Prachtmäuse links liegen, um sich der ramponierten Gelben zuzuwenden, die ihre Tage als stattliche Quietschemaus längstens hinter sich hatte.

Noch ein Beispiel gefällig? Hundis Welpenschlafplatz. Längst passt Lotta-Filipa nicht mehr rein ins Baby-Körbchen. Auch diesbezüglich scheute ich weder Mühe, noch Wege oder Kosten, um ein  Äquivalent zu besorgen, in dem es ein ausgewachsener Rat Terrier kuschelig und bequem hat. Und Lotta-Filipa? Die quetscht sich trotzdem Abend für Abend ins Baby-Bettchen rein…

mein Hund - ein Held! © Sabine Münch
mein Hund – ein Held? © Sabine Münch
Man erkennt unschwer. Nicht sämtliche meiner  Bemühungen, Hundi glücklich zu machen, kommen bei Lotta-Filipa gut an. Zu meinem Leid trifft das nicht nur für die Besorgungen zu, die ich für sie tätige, sondern auch für unser Unterhaltungsprogramm. Für vergangenen Sonntag beispielsweise hatte ich mir etwas ganz Besonderes ausgedacht. Den Hundetag im Tierpark Berlin!

Obwohl ich Zooparks immer weniger abgewinnen kann, fieberte ich unserem Ausflug wochenlang entgegen. Im Geiste sah ich Lotta-Filipa vor mir. Wie sie große Augen und noch spitzere Ohren als gewöhnlich macht. Freudig wuffend Bekannschaften mit Exoten schließt. Mein Hundi außer Rand und Band angesichts ihrer Vorfahren. Ich malte mir aus, dass sie mit den Kaniden im Rudel jaulen und einen Riesenspaß mit den Wölfen, Kojoten, Tigern und Pantern haben würde.

zoo
sicher in Herrchens Armen © Sabine Münch
Der ganz besondere Ausflug war ein totaler Reinfall. Mehr Frust geht kaum! Wilde Tiere in Gehegen fand Lotta-Filipa doof. Die Kaniden interessierten sie nicht die Bohne, manches machte ihr Angst und im Raubtierhaus kniff sie sogar den Schwanz. – Nur weg hier!

Etwas Gutes hatte der Tag im Tierpark am Ende dann doch. Am Stand von Lilli & Lollo ließ sich Lotta-Filipa demonstrativ fallen – auf ein Hundekissen. Ihr Baby-Bettchen können wir demnach (endlich) getrost entsorgen …

 

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6 Gedanken zu “Verwöhnte Köter. Frustierte Halter

    1. diese Blogposts schreibe ich am liebsten. Jene, wenn ich beim Schreiben schmunzeln muss. Über mich! Wie doof ich mich bisweilen anstelle. Wenn ich unseren Alltag und unsere Erlebnisse erinnend beschreibe und dabei jäh aufmerke, dass ich einmal wieder Hundi auf den Leim gegangen bin … So ist dieses Blog entstanden.

  1. Ich musste jetzt wirklich ziemlich schmunzeln – bei manchen Dingen ist es auch hier schon so gewesen 🙂 Ich habe es gut gemeint und die Hunde fanden die Idee nicht gut.
    Nur bei Tierparks ist es hier anders … die sind bei uns allen sehr beliebt, waren sie schon bei unseren früheren Hunden. Wobei Damon und Cara nicht immer die Tiere erkennen – es sind eher die Gerüche und die Geräusche die sie faszinieren. Wobei auf ihrer Augenhöhe flitzende Tiere wie Hasen, Erdmännchen und ähnliches natürlich schon beobachtet werden … leicht sabbernd!
    Auch wir haben schon bemerkt, dass es Bereiche gibt in denen unsere Hunde sich nicht sehr wohl fühlen – meistens bei Raubkatzen. Ich nehme an auch hier geht es eher um Gerüche, denn sie Reaktion setzt oft ein, bevor die Tiere in Sichtweite sind.
    Wölfe hingegen sind gern beobachtete Zeitgenossen – da können wir schon mal eine Stunde verbringen.

    Allerdings gehen wir auch nur dann in Tierparks wenn dort sehr wenig los ist und wir uns viel Zeit lassen können – so ein Tag des Hundes wäre für uns auch nichts gewesen, da wäre die Ablenkung und Aufregung viel zu hoch.

    Aber wenigstens hat es euch Beiden ein neues Kissen beschert.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

    1. Liebe Isabella,
      Liebe Isabella,

      dein Bericht machte mich dann doch stutzig. Womöglich war Lotta-Filipa gar nicht ob der wilden, unbekannten Tiere so gestresst? Sondern wegen der vielen Kumpels, die den Tierpark bevölkert haben. – Wir sollten es abermals versuchen. An einem Tag, an dem dort möglichst wenig los ist.

      Danke sagen
      Lotta-Filipa & Gesine

  2. Da hat Lotta-Filipa eine sehr gute Entscheidung getroffen, sich ein Kissen von Lilli&Lollo auszusuchen. Ich mag diese Kissen mit den Styroporkügelchen auch sehr, weil man sich da so schön einkuscheln kann.
    Ich habe das Raubtierhaus übrigens auch so wie Lotta-Filipa verlassen.

    Lilli, 4beiniges Teammitglied bei Lilli&Lollo

    1. Liebe Lilli, liebe Elke,
      ja – das hat gepasst. Ausnahmsweise traf Lotta-Filipa sogar meinen persönlichen Geschmack. Hundi hat vorzüglich gewählt: Kuschelig und bequem – und zudem ein Design, das mir entspricht. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.
      Lotta-Filipa & Gesine

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