Mein Hund – ein Hypochonder

Bisweilen stimmt was nicht mit ihr! Gottlob kommt das äußerst selten vor, dass Hundi nicht normal tickt. Was wiederum meint, dass Lotta-Filipa nicht quietschfidel und -lebendig, um nicht zu sagen: hyperaktiv ist.

ich hab was! © GvP
ich hab was! © GvP

Dass Hunde relativ viel schlafen, trifft auf Lotta-Filipa nicht zu. Hundi schläft dann, wenn ich schlafe. Notfalls auch dann, wenn ich mich in ein To-do verbissen habe. So mich nichts am Schreibtisch hält, fällt Hundi kein Auge zu. Auch nicht wenn wir nach einer langen, strapaziösen Tour zurückkehren. Während ich ermattet gegen den Schlaf ankämpfte, turnt Lotta-Filipa mit Gedöns durch die Wohnung. So als wäre nichts gewesen. Kein 20-Kilometer-Marsch rauf und runter. Kein Eiltempo beim Stöckchen-Jagen an Land und im Wasser. Kein Fang-mich-du-kriegst-mich-doch-nicht beim wilden Spiel mit ihren Kumpels.

Im Normalzustand ist Lotta-Filipa (hyper-) aktiv. Gibt sie ausnahmsweise einmal Ruhe, stehen bei mir die Zeichen auf Sturm. Ich vermute das Schlimmste. Hundi ist krank! Sterbenskrank …

Fakt ist: In den vergangenen beiden Jahren, die wir zusammenleben, stimmte mit Hundi tatsächlich zwei Mal was nicht. Ein Eckzahn wollte beim Zahnwechsel nicht raus, er musste unter Vollnarkose operativ entfernt werden. – Nicht unüblich bei Terriern.  – Wenig später trat Lotta-Filipa sich im Wald eine verrostete Haarnadel in die rechte Hinterpfote ein. Tief in die Haut zwischen die Zehen. Dank sofortiger Antibiotika-Prophylaxe vom Tierarzt ging das  glimpflich aus.

das Leiden Christi © GvP
das Leiden Christi © GvP

Beide Male hatte ICH verdammt viel Glück. Bei ihrem Zahn stand bei mir eine Operation am Knie, in Sache Haarnadel eine Dienstreise an. Hundis Kastration freilich. Die erlebte ich – bewusst.

Je näher ihr OP-Termin rückte, desto nervöser wurde ich. Mich plagten Ängste und Alpträume. Da ich mir unschwer vorstellen konnte, wie ich das wegpacke, dass Hundi malade ist, quartierten wir uns für die Zeit ihrer Rekonvaleszenz bei einer nervenstarken Freundin ein. Ich bedurfte eines Vertrauten an meiner Seite, der mich stützt, wenn es Lotta-Filipa nicht gut geht. Hundis Weh ist mein Leid!

Es kam wie es kommen musste. Mein hysterisches Gebaren übertrug sich auf Hundi. Schnell hatte Lotta-Filipa raus, dass waidwund gucken reicht, damit Herrchen noch fürsorglicher ist als sowieso. Wenn man malade ist, respektive so tut, als hätte man was, dann wird man betüdelt, extra bekocht und die Leckerlis sitzen lockerer.

Da ich sehr viel schwerer von Kapee bin als Hundi, sitze ich seither der Masche auf. Hundi hat was!

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2 Gedanken zu “Mein Hund – ein Hypochonder

  1. Liebe Gesine,
    da ist für mich aber heute mal ne Menge Déjà vu dabei – um nicht zu sagen: ist alles ganz normal…, manchmal dramatisch aber im Nachinein doch auch sehr amüsant zu lesen.
    Und ehrlich gesagt, das mit dem Leiden-Christi-Trick (tolles Bild übrigens), das haben alle unsere vier Hündinnen unabhängig voneinander immer sehr schnell rausbekommen… man fällt ja vor lauter Sorge immer wieder gerne drauf rein…
    Liebe Grüsse
    Kai

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