Zeit los mit Hund

Hundi: 11 Wochen alt © Sabine Münch
Hundi: 11 Wochen alt © Sabine Münch

Lotta-Filipa jährte am 20. April zum zweiten Mal. Hatten wir ihren ersten Geburtstag noch in großer Runde gefeiert, blieben wir heuer unter uns. Na klar, es gab Geschenke. Und obendrein einen fetten Markknochen.

Während Lotta-Filipa ihren Knochen in der Mache hatte, sinnierte ich bei zwei brennenden Geburtstagskerzen: Was für ein tolles Kerlchen Hundi ist. Wie prächtig sie sich doch entwickelt hat. Obwohl es ja heißt, dass Wühltischwelpen – deren Schicksal Hundi vermutlich teilt – häufig lebenslang an den Folgen ihrer Herkunft leiden. Dass Hundi mein Leben umgekrempelt hat. Und dass die Stunden mit ihr verfliegen …

Ich stutzte: Der Hund stellt mein persönliches Zeitempfinden auf den Kopf! Er be- und entschleunigt gleichermaßen. Und Langeweile? Die lässt Lotta-Filipa schon gar nicht zu. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Wer seine Zeit sinnvoll mit einem Hund zu nutzen weiß, der kann von der vermeintlichen langen Weile nicht genug bekommen. Um noch mehr draußen sein zu können, noch mehr mit Hund zu tollen, zu rangeln, zu spielen – und zu trainieren.

Hundi: 1 Jahr alt © Sabine Münch
Hundi: 1 Jahr alt © Sabine Münch

Paradox ist, dass man mehr Zeit zur Verfügung hat, obschon die Zeit mit Hund schneller verstreicht als ohnehin. Etwa, wenn man in der freien Natur unterwegs ist. Dass es eben nicht „nur“ gefühlte zwei, sondern geschlagene vier Stunden gewesen sind, die man gemeinsam im Wald zugebracht hat. Oder das kurze Gassigehen in der Frühe, bevor einen die Pflichten treiben? Fällt bei uns auch nicht immer ganz so schnell aus wie es sich draußen angefühlt hat.

Womit wir beim Thema „Work-Life-Balance“ wären, die heutzutage zwar viel beschworen, aber wenig gelebt wird, weil der (Zeit-) Druck zu groß geworden ist. Erstaunlich ist, dass Lotta-Filipa zwar Zeit raubt, gleichzeitig aber eine Menge Druck rausnimmt. Insofern treibt mich das schlechte Gewissen auch immer weniger um, dass meine Zeit womöglich nicht ausreichen könnte, um all‘ den auferlegten Anforderungen, Ansprüchen und Zwängen gerecht werden zu können. Weil ich mir Zeit für Hundi und damit Auszeiten von den Pflichten nehme, bin ich entspannter, gelassener und zufriedener geworden. Dass sich das auch auf meine Arbeitsproduktivität und Kreativität positiv niederschlägt, ist ein schöner Nebeneffekt …

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Lotta-Filipa: 2 Jahre alt © Sabine Münch

Kurzum: Obwohl Lotta-Filipa in vielerlei Hinsicht so richtig Tempo macht – die Balance, die wir zwischen meinen Pflichten und ihren Ansprüchen gefunden haben, kann man guten Gewissens ruhig Entschleunigung nennen …

 

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Ein Gedanke zu “Zeit los mit Hund

  1. So ein schöner Beitrag zum zweiten Geburtstag. Da bleibt nichts mehr zu sagen als „Herzlichen Glückwunsch!“ – in jeder Hinsicht!
    Liebe Grüße
    Lotta

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