Zu klein, zu ausgebufft, zu schnell …

Nachdem wir das mit dem perfekten Paar aufgeworfen haben, liegt die Frage nahe, inwiefern es bei Lotta-Filipa und mir hapert. Was passt bei uns nicht zusammen?

reicht nicht zum Knie © Sabine Münch
reicht nicht zum Knie … © Sabine Münch

Ziemlich nervig ist zum Beispiel, dass ich vor Lotta-Filipa ständig knien muss. Was für eine lächerliche Figur gibt ein Halter ab, der vor seinem Hund im Dreck hockt? Wie peinlich ist das denn?!

Ich, allerdings, komme um die demütigende Position nicht umhin. Dann jedenfalls nicht, was zum Alltag eines jeden Hundehalters gehört. Wenn ich Lotta-Filipa das Halsband umlegen oder sie anleinen möchte. Mal eben kurz ans Halsband fassen, um Hundi an einer Kreuzung zum Stehen oder vor einem Mountainbiker in Schutz zu bringen, der uns im Freilaufgebiet in rasantem Tempo entgegenkommt, vergiss es! Das, was die Halter größerer Hunde souverän im Stehen erledigen können, funktioniert bei uns nicht. Wann immer ich Lotta-Filipa, die mir nicht ans Knie reicht, an den Kragen will, muss ich zu Hundi runter. Die Knie, zu meinem Ärgernis, tief beugen.

Mich wurmt fernerhin, dass Hundi keinen von mir rein lässt. Die Rede ist vom Tor beim Elfmeter-Schießen. Eines unserer Rituale, wenn wir allabendlich miteinander kicken. Ich aus der Küche, Lotta-Filipa aus der guten Stube heraus; die Türe dazwischen markiert das Tor. – Zu meiner Ehrenrettung sei hier zumindest angemerkt, dass Hundi beim Zurückkicken des Balles, was sie übrigens ebenso kraftvoll wie elegant mit der Pfote, und nicht mit dem Fang macht, sich viel Zeit lässt. Sich verdammt sehr viel Zeit lässt! Sie fixiert den verschossenen Elfmeter, dann taxiert sie mich. Ich meine, hämisch. Hundi hält mich hin, den Ball fest im Blick. Ich werde nervös. Meine Anspannung wächst. Lotta-Filipa wartet ab. Meine Konzentration lässt nach. Und was macht Hundi, der ausgebuffte Torjäger, der sich ausgezeichnet auf die Taktik versteht, seinen Gegner fies zu zermürben? Der ballert just in diesem Moment los. Volltreffer!

reicht nicht zum Knie, aber die Hand ... © Sabine Münch
reicht nicht zum Knie, aber die Pfote… © Sabine Münch

Nicht immer passt mir außerdem in den Kram, dass Lotta-Filipa rennen kann – und zwar so was von! Obwohl sie ein relativ kleiner Hund mit relativ kurzen Läufen ist, rennt sie allen anderen Hunden davon. Kaum einer holt  m e i n  Hundi ein! Was mich im Freilaufgebiet stolz macht, steht mir im Treppenhaus schlecht zu Gesicht. Auf die Dauer frustriert das  ungemein: Lotta-Filipa pest die 100 Stufen vorneweg, ich lahme die vier Etagen hoch zu unserem Domizil hinter ihr her. Außer Atem endlich oben angekommen, erwartet mich ein ebenso blasierter wie gelangweilter Hund: „Na, bist du auch schon da? Nun mach schon, lahme Ente, schließ‘ die Wohnungstüre auf. Ich habe Besseres zu tun, als auf dich zu warten!“

Man sieht. So  g a n z  kompatibel sind Lotta-Filipa und ich eben doch nicht … Noch nicht?

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2 Gedanken zu “Zu klein, zu ausgebufft, zu schnell …

  1. Kompatibel seid ihr erst, wenn Lotta-Filipa aus dem Fenster auf die Straße schaut und die Nachbarn ihr zurufen: „Hallo Gesine, wie geht’s?“

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