Weihnachten in Steglitz…

Mein allererstes Weihnachten in meinem jungen Hundeleben habe ich 2013 in Spanien erlebt – bei meinem Opi, zu dem Herrchen „Papi“ sagt. Viel Gedöns wurde an der Costa Blanca, wo die Rentner überwintern, um dieses Dingsda namens Weihnachten jedenfalls nicht gemacht. Heuer war ich sehr gespannt, wie Weihnachten in Steglitz geht. – Kurzum: Mich hat das Fest echt geschafft. Aber: der Reihe nach…

Christkind vor der Tür? © GvP
Christkind vor der Tür? © GvP

Zu meinem Erstaunen hingen Mitte November plötzlich überall bunte Kugeln rum, mit denen man nicht spielen darf! Ende November wuchsen über Nacht Bäume aus dem Boden, die man nicht anpinkeln darf! Im Dezember war ich dann wochenlang aus dem Häuschen, weil Herrchen Sonntags Kerzen entzündete. Erst eine, dann zwei – dann immer mehr! Mit Streichhölzern! Das lässt sich hören und riecht, wenn das Hölzchen an der Reibefläche Feuer fängt. Ich bellte mit. – Je mehr Kerzen entzündet wurden, desto lauter und aufgeregter! Vier Wochen lang.

Vorgestern brannten dann endlich alle vier Kerzen – und einige mehr. Und da die Zweibeiner so komisch drauf waren, habe ich mir das mit dem Anbellen der Kerzen verkniffen. Ich mimte das nach, zu dem Herrchen „besinnlich“ sagt. Habe Kerzen angeglotzt. Entre nous: Besinnlich ist für mich anders!

Geschenkpapier aufreißen! © GvP
Geschenkpapier aufreißen! © GvP

Nachdem die Zweibeiner „Ihr Kinderlein kommet“ und „Oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter“ intoniert und sich rührselige Tränen aus dem Auge gewischt hatten (entre nous: wie bekloppt ist da denn?), gings ans Eingemachte! Endlich ans Auspacken! Die besinnliche Stimmung kippte – es wurde hektisch. Dank meinem guten Riecher habe ich aus dem großen Paket, das von Herrchen für mich war, das Leckerli kurz entschlossen rausgerissen. Das eigentliche Geschenk, ein Affe zum Spielen, beließ ich in der Verpackung. Herrchen machte sich zum Affen: Lotta-Filipa dein Geschenk ist das andere. – Entre nous: Besinnlich ist echt anders!

Hund mit Hund © GvP
Hund mit Hund © GvP

Wie auch immer. Derweil sich Herrchen ob des Affens, den ich einfach nur albern fand, zum Affen machte, entdeckte ich einen kleinen Hund. Ein Geschenk von Omi, zu der Herrchen „Mami“ sagt. Ein super-klasse-spitze Geschenk! Ich war außer Rand und Band! Für die Zweibeiner hieß es ab sofort: Mit mir und meinem kleinen Hund spielen! Jetzt wurde es endlich besinnlich!

ich bin ein Eselsohr! © GvP
ich bin ein Eselsohr! © GvP

Naja, am ersten Weihnachtstag war ich echt geschafft! Gottlob hat Onkel Michael Herrchen ein Buch geschenkt. Zum Sujet Ich (= Hunde). Herrchen dümpelte bestens unterhalten mit Lektüre auf dem Sofa. Und mir blieb das erspart: Keine lange Tour um den See, kein Training! Das nennt sich besinnlich!

Pfoten im Neuschnee © GvP
Pfoten im Neuschnee © GvP

Am zweiten Weihnachtstag wurde ich echt überrascht. Als Herrchen mir die Türe öffnete, rieb ich mir verwundert die Augen. Irgendwas war anders als sonst. Doch dann habe ich begriffen: Das weiße Kalte – das ist Weihnachten! Ganz großes Kino, dieses Weihnachten: Wenn man drauf pinkelt, dann färbt es sich gelb…

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3 Gedanken zu “Weihnachten in Steglitz…

  1. Liebe Lotta Filipa,
    habe Dich gerade erst so richtig entdeckt und lese mich jetzt so ein bisschen hier durch. Wirklich grossartig finde ich Deine poetische Beschreibung von Weihnachten: Wenn man darauf pinkelt, dann färbt es sich gelb.
    Auch ich habe dieses Jahr mein erstes Weihnachten in Deutschland gefeiert, vorher war ich in so einem spanischen Hotel, einem sehr schlechten Hotel, wenn Du mich fragst, denn es gab nur einmal am Tag ein Essen, einen echt miesen Frass, die Zimmer waren extrem klein und überbelegt und überall war der Fussboden durch und bloss der Beton war noch da. Und da sollte ich dann drauf liegen. Hab ich mir ganz schöne Liegebollen geholt und sonst noch was.
    Aber na, inzwischen bin ich auf mehr als abenteuerlichen Wegen hierher gekommen (Ort ist geheim, ich will doch nicht, dass mich einer von hier wieder wegholt), und muss sagen, es ist fast wie im Paradies.
    Meine Menschen (merkwürdig sind die schon, aber irgendwie kann ich machen, was ich will, die sind fast nie böse mit mir) haben sofort mit mir gespielt, etwas, das ich nicht kannte, aber als inzwischen 11 Monate alte Hündin sehr sehr schnell gelernt habe.
    Und nun habe ich manchmal den Eindruck, es ist Ihnen zuweilen ein bisschen lästig, das ist schade, denn ich könnte 24 Stunden am Tag spielen oder durch die Gegend jagen und mich z.B. in diese wunderbaren Kuhfladen auf den Wiesen, die meine täglichen Ausflugswege säumen ständig wälzen.
    Heute habe ich das wieder mal geschafft. Es war ein wunderbar sonniger Tag, alles noch richtig schön matschig von Regen und Schnee der letzten Tage. Das war ein wirklich toller Ausflug heute, und ich habe mich so schön gefunden mit meinem Parfüm und der schwarzen Schlamm-Maske, Deich zwischenzeitlich aufgelegt hatte.
    ABER das dicke Ende, ich kann Dir sagen, Lotta-Flipa, das kam dann, als wir nach Hause kamen. Da wollte ich sofort weiter durchs ganze Haus jagen und meine Spielzeuge ein bisschen durch die Gegend schleudern, aber nein! Ich wurde festgehalten und ohne dass ich noch eine Pfote auf den Boden bekommen hätte in einen Raum getragen, den ich noch nicht kannte, in einen nach oben offenen Keramik-Käfig gestellt und mit Wasser bespritzt. Wenn ICH das WILL, ok, aber ich wollte das NICHT! Ich will die ganze Prozedur gar nicht beschreiben, es war dann irgendwann auch gar nicht Solo schlimm, weil das lauwarme Wasser auch ein bisschen angenehm war, also ein bisschen wie Massage, bloss als ich dann wieder raus durfte aus dem Käfig und mich abtrocknen wollte, da haben diendas verhindert, meine Menschen. Und haben mich aufs heftigste abgerubbelt mit Tüchern. Na weiseste was, da hab ich mich aber schnell rausgewunden und flutsch war ich durch die offene Tür ins Wohnzimmer. Da habe ich mich dann endlich nach Hundeart abgetrocknet und aus irgend einem Grunde haben die Menschen ganz hysterisch irgendwas vor sich hingestöhnt. Naja, was soll ich sagen, blöd war, das der ganze gute Duft weg war, meine Maske ist auch hinüber und ich muss morgen wohl noch mal los… Wenn man also von diesen kleinen Unannehmlichkeiten absieht, habe ich es ganz gut getroffen.
    Ich geh jetzt dann mal in den Garten, muss mit meinem Weihnachtsgeschenk spielen. Ich hab nämlich ein Zebra bekommen. Also das Zebra ist klasse, Den Schwanz habe ich schon ab und grade arbeite ich an der Mähne. Und im Garten ist es auch noch schön nass, da kann ich vielleicht noch was an meiner Maske arbeiten, bloss das mit den Kuhfladen, das bekommen sie hier nicht hin.
    Liebe Grüsse erstmal, ach, ich heisse übrigens Bella und bin eine Terriermischung der allerfeinsten Art. Ich freu mich schon auf Deine nächsten Abenteuer in der Stadt, das finde ich aufregend, bin ja selber ein ziemliches Landei.
    Liebe Grüsse, Deine Bella

    1. ein großartiger Bericht, lieber skyaboveoldblueplace! Danke vielmals. Lotta-Filipa, die ein ähnliches Schicksal wie Bella teilt (Wühltischwelpe, der nicht vertickt, sondern an einem See ausgesetzt wurde), jammert schon den ganzen Tag, dass Bellas Geschichte nicht als Kommentar verrotten soll. Ich möge dich doch bitte sehr darum bitten, einen Gastbeitrag über Bellas schweres Schicksal und zugleich so großes Glück für ihr Blog zu verfassen. Da Terrier, so sie sich etwas in den Kopf gesetzt haben, bekanntlich kein Erbarmen kennen, bleibt mir schlussendlich nichts anderes, als hier mit Hundis Vorschlag vorstellig zu werden …
      Außerdem ist Lotta-Filipa daran gelegen, dass sich Bella zukünftig nicht mehr vor der Wanne fürchtet. Das macht nämlich einen riesen Spaß, das Badezimmer unter Wasser zu setzen. Hinterher fühlt man sich sogar besser! Zumindest fühlt sich Herrchen danach immer besser, wenn Hundi ins Bett hopst …
      Und meinerseits gäbe es dazu anzumerken: Lotta-Filipa macht inzwischen dann, wenn sie partout um die Badewanne nicht umhin kommt, keine Faxen mehr. Mir scheint sogar, sie genießt das. Wobei: Hundi liebt Wasser! Und: Schmusen, Kraulen, Einschampoonieren sogar noch mehr als Wasser. Insofern gibt es hier – nach anfänglichem Geziere – kein Gezeter mehr. Gestern beispielsweise schien Hundi ein Problem mit dem rechten Hinterpfötchen gehabt zu haben. Nachdem ich nach eingehender Untersuchung mit bloßen Auge nichts entdecken konnte, ließ ich kurz entschlossen lauwames Wasser in Pfötchenhöhe in die Wanne ein. Hundi kneipte nahezu sonambul …

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