Herrchen traut sich was!

Verkehrte Welt! Dort, wo es für Hundi gefährlich werden kann, herrscht in Berlin kein Leinenzwang. Abgesehen von einigen Bereichen, wo striktes Hundeverbot herrscht, in öffentlichen Gebäuden oder in geschützten Grünflächen (die sich im Übrigen großspurig Grünanlagen nennen), darf man in Berlin Hunde ohne Leine laufen lassen. Noch!

hier nicht! © GvP
hier nicht! © GvP

Auf den Bürgersteigen. Aber: Das versteht sich wohl von selbst… Die Berliner machen jedenfalls davon rege Gebrauch mit ihren Hunden leinenlos auf Bürgersteigen zu flanieren. Auf vier Pfoten spazieren die Berliner Hunde brav neben ihren Herrchen. Bleibt Herrchen stehen, weil es eine Ampel zu überqueren gilt, eine Auslage in einem Schaufenster magisch anzieht oder ein Schwätzchen mit einer Zufallsbekanntschaft gehalten sein will, macht der Hund ebenfalls Halt. Im besten Fall sogar brav „sitz“. In dieser Haltung verharrt er wiederum so lange stoisch, bis sich sein Herrchen wieder in Bewegung setzt.

Kurzum: Die Berliner Hunde haben das drauf: Leinenlos artig an Herrchens Seite durch eine turbulente Großstadt zu schlendern. Dass auf der gegenüberliegenden Seite eine läufige Hündin flaniert interessiert sie ebenso wenig wie der angebissene Hot Dog, der vorne am Imbiss liegt. Sie trotten brav ohne Leine neben ihren Herrchen her. Und jeder Hund, dem wir im vergangenen Jahr auf unseren Weg durch die Stadt begegnet sind, ließ mich zweifeln: Traue ich das Lotta-Filipa und mir jemals zu: Gemeinsam leinenlos durch die Stadt zu schlendern?

brav "sitz" in der Fußgängerzone © GvP
brav „sitz“ in der Fußgängerzone © GvP

Nun denn. Seit einigen Tagen traut sich Herrchen was. Zwar trottet Hundi nicht auf dem Bürgersteig neben mir her. Das wäre vom Wildfang, dem Jagdhund durch und durch, zu viel verlangt. Wohl traue ich Lotta-Filipa leinenlos in der Stadt Tag für Tag immer mehr zu. Hundi macht das wirklich prima. – Und sehr viel souveräner als ich: „Jetzt hab‘ dich nicht so! Ich war doch nur kurz um die Ecke.“

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Ein Gedanke zu “Herrchen traut sich was!

  1. Dann, liebe Berliner, seid froh, dass es noch das „Leinenlos-Herumlaufen“ gibt. In Nordrhein-Westfalen ist es strikt verboten in bebautem Gebiet und in Parkflächen. Und schon werden Hunde überall – ich kann es nicht anders sagen: – kriminalisiert. Das führt dazu, dass Hundebseitzer selbst im Wald behandelt werden, als sei man der asozialste Abschaum, der sich herumtreibt: vom Anraunzen , über die Gesetzeskeule (natürlich alles völlig ungelesen oder unversatnden – auch zum Gesetz lesen berdarf es einer gewissen intellektuellen Leistung) bis zum ganz blöd Anschreien geht bei Hundebesitzern, die ihre gefährlichen und völlig entsicherten Waffen frei herumlaufen lassen wirklich alles. Da kann einem auch schon mal der schönste Sonntagsspaziergang, bei dem Herrchen mit Hunden völlig normal und in Gedanken versunken durch den Wald spazieren, dem Entgegenkommenden sogar nach rechts oder klinks ausweichend, nach heftigster Ansprache, dass Hunde doch wohl an die Leine gehören, komplett verleidet werden…
    Viele Grüße, Claudia und die Hundejungs

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