Von Ratten und Kaninchen

das Maul voll nehmen © GvP
das Maul voll nehmen © GvP

Lotta-Filipa ist Jagdhund durch und durch. Bei ihr schlägt der Rat Terrier durch, der Rattenvernichter, der einen legendären Ruf hat. So wird ihrem Urahnen Billy nachgesagt, dass er binnen sechseinhalb Minuten 100 Ratten erledigte. Womit sich auch erklärt, weshalb der Rat Terrier Anfang des vergangenen Jahrhunderts auf Farmen gehalten wurde. Vornehmlich in England und den USA. Dass die Rasse inzwischen nahezu ausgestorben ist, lag übrigens am Rattengift. Und das etwa nicht, weil die Hunde so dämlich gewesen sind, das Gift zu fressen. Mit Ausbreitung der chemischen Keule wurde der Rat Terrier für den Menschen entbehrlich. Nutzlos.

In Ermangelung von Ratten jagt Lotta-Filipa so gut wie allem nach, was sich bewegt. Fliegen beispielsweise, was sich in der Wohnung als recht nützlich erweist. Oder Schmetterlingen und Bienen. Dass sich die Ersten nicht kriegen lassen und sich die Letzteren  schmerzhaft zur Wehr setzen können, schert Hundi im Jagdfieber wenig. Außer Rand und Band gerät sie bei etwas stattlicheren Objekten. Etwa bei Enten oder Vögeln. Wobei die Letzteren Lotta-Filipa vor größere Probleme stellen als die Erstgenannten. Hundi kann mittlerweile zwar gut schwimmen, aber immer noch nicht fliegen…

gefangen! © GvP
gefangen! © GvP

Völlig außer Kontrolle  gerät Lotta-Filipa dann, wenn Wildkaninchen ins Spiel kommen. Und offensichtlich hat sich das unter den Kaninchen im Bezirk längst herumgesprochen, dass ein Herrchen seine Contenance verliert, wenn sein Hundi Hasenbraten riecht. Mittlerweile machen sich die Hasenartigen sogar einen Jux daraus. Sie begleiten uns beim Gassi-an-der-Leine bei Schritt und Tritt und warten neuerdings eigens an unserer Haustüre auf. Ein Spektakel der Extraklasse für die freilaufenden Kaninchen, wie sich ein Herrchen abmüht, einen Hund an der Leine zu bändigen, der verrückt nach Hasenbraten ist. Großes Kino für die Hasenartigen. In der Tat…

Post Scriptum: Heute habe ich erfahren, dass eine Fuchsfamilie im Revier Quartier nahm. Ein Schelm, wer sich Böses dabei denkt…

 

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2 Gedanken zu “Von Ratten und Kaninchen

  1. Bei Eurer Hasengeschichte fällt mir gleich ein, dass es sich wohl auch unter den Murmeltieren auf den höchsten Bergen der Dolomiten herumgesprochen hat, mit Hunden einen Mordsgaudi bekommen zu können. Sitzt also das erste Murmeltier für Hund und Mensch gut sichtbar in ein paar Metern Entfernung und pfeift seinen unverkennbaren Aufruf zum Gejagdwerden. Die Pfoten schon parat, weil es sich mit diesen gleich beim Lachen lange und ausführlich auf den Bauch klopfen wird. Kommt also der Hund angerast, schier außer sich vor Jagdfieber – es kommt immer nur einer, der Bordercollie, der andere, auch ein Hütehund, stört sich kein bisschen an Murmeltieren – verschwindet das Murmeltier ruckzuck in seinem Bau, man hört es schon von unten lachen, während Bruder, Neffe oder Onkel aus einem anderen Murmeltierbau zur selben Zeit, also quasi in derselben Sekunde, hervorschlüpft und nun von dort pfeift. Und Hund rast wieder los…Nach zwei, drei Mal ist der Bergrücken erfüllt vom Klang der such kaputtlachenden Murmeltiere. Und die schlauen Murmeltiere wissen wohl auch, wann der Hund an der Leine geht, denn dann bleiben sie überhaupt neben dem Weg sitzen und schauen sich genüsslich an – pfeifend natürlich, sonst wäre es ja kein Spaß – wie der Hund an der Leine verrückt wird. Da steht also der arme domestizierte Hund wirklich immer wieder staunend der Pfiffigkeit der Wildtiere gegenüber.
    Viele schmunzelde Grüße, Claudia

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