Ein Jahr mit Hundi

Heute jährt sich Hundis Einzug. Und seit einigen Tagen wäge ich ab: Sollte Lotta-Filipa mir oder ich ihr anlässlich unseres Jubiläums ein Geschenk machen?

das Team am Grunewaldsee © Sabine Münch
das Team am Grunewaldsee © Sabine Münch

Wohl haben wir uns im vergangenen Jahr bereits so viel geschenkt, dass es zum einjährigen Jubiläum nix Eigens braucht. Lotta-Filipas Spielkiste ist randvoll. Leckerlis bekommt sie sowieso und dass es abends Luftröhre oder Ochsenziemer gibt, gehört zu einem gelungenen Tag bei uns dazu. Halsbänder, Liegekissen, Schlafplätze oder Leinen – auch davon besitzen wir mehr als genug. Und was das angeht, was Hundi wirklich braucht, um glücklich zu sein, das steht täglich auf dem Programm: Auslauf, Toben mit Artgenossen, Spielen und Lernen mit Herrchen, Fressen, Schlafen…

Vice versa gilt das für Herrchen. Ich brauche zum Einjährigen kein Geschenk. Jeder Tag mit Lotta-Filpa ist ein Geschenk. Ein kleines Wunder, mit täglich immer neuen Überraschungen…

Wobei. Nicht jede Überraschung müsste sein. Gestern zum Beispiel, als sie sich ausgiebig im Morast wälzte und danach zehn Meilen gegen den Wind stank. Nervig ist, wenn Hundi mit all seiner Kraft an der Leine zerrt, weil es woanders hin oder schneller da sein will als Herrchen. Und richtig Nerven habe ich im vergangenen Jahr auch gelassen. Etwa immer dann, wenn Hundi ohne Rücksicht auf mögliche Risiken über steile Hänge oder spitzes Geröll tollt. Oder wenn sie sich mit fremden Hunden anlegt, die ihr mannshoch überlegen sind.

das Team an der Costa Blanca © GvP
das Team an der Costa Blanca © GvP

Und verschiedentlich blieb im vergangenen Jahr auch mein Herz kurz stehen. Als Lotta-Filipa ausbüxte und über eine Straße wetzte. Bei einer Nachtrunde spurlos im dunklen Park verschwand, weil sie hinter wilden Kaninchen her war. Sich im Wald eine verdammt lange Weile nicht mehr blicken ließ, weil sie auf der Fährte war. (Am Ende habe ich sie im Dickicht neben einer toten Maus gestellt.) Und – nicht zu vergessen – die großen Sorgen anlässlich ihrer Kastration oder als es darum ging, mit Hundi im Frachtraum nach Spanien zu fliegen.

Das war nicht immer Zuckerschlecken. Nein, Lotta-Filipa macht es mir nicht immer leicht. Trotzdem lautet mein Resümee: Seitdem ich vor einem Jahr auf den Hund gekommen bin, lebe ich besser. Sehr viel besser…

Ich könnte eine lange Liste mit Gründen aufmachen, warum meine Lebensqualität dank Hundi enorm zunahm. Dazu bin ich heute Abend freilich viel zu geschafft. Wir waren sechs Stunden unterwegs. Haben gespielt, sind um die Wette geschwommen, haben schwere Stöckchen geworfen und große Stöcke aus dem Wasser an Land geschleppt, sind einige Kilometer gelaufen und hatten bei alledem eine Menge Spaß…

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4 Gedanken zu “Ein Jahr mit Hundi

  1. Dann herzlichen Glückwunsch zum einjährigen Beisammensein. Und es wird immer besser, das kann ich schon mal versprechen, denn die herzstehenbleibende Ausbüxerei wird weniger und beide Seiten kennen ihre Schrulligkeiten immer genauer und können sich entsprechend darauf einstellen. Und schwupps – sind neun Jahre (das ist bei uns so und es ist so schell gegangen!) oder mehr um und man fragt sich: Wo ist denn die Zeit so schnell hin? Und so wünsche ich Euch noch ganz viel Spaß miteinander!
    Viele Grüße, Claudia

  2. Also Bandit ist jetzt zehn und wir sagen uns seit fünf Jahren, dass er mit der Zeit doch mal ruhiger werden wird, aber ich glaube, dass wird er auch mit 16 Jahren nicht sein. 😉
    Ich danke dir für deinen schönen Bericht und glaube, dass sich da wirklich zwei gefunden haben bei euch beiden! 🙂

    1. danke Mara – übrigens Lotta-Filipa hat mich gefunden… Und: Mir scheint ebenfalls , das ist eine Mär, dass Hunde à la longue ruhiger werden. Heißt es etwa nicht, dass Hündinnen nach der ersten Läufigkeit vernünftiger und nach der Kastration ruhiger werden? Bei Lotta-Filipa beobachte ich das Gegenteil. Nee, ich mache das mit! Nach ihrer ersten (und letzten) Läufigkeit hatte sie sogar vergessen, was „sitz“ meint. Und nach der Katration, die ja just über die Bühne, was heißt: über den OP-Tisch ging: Noch wilder, noch draufgängerischer. Kurzum: ihr Selbstbewusstsein wächst. Nahezu stündlich 😉

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