Herrchen und das Hundeelend

Zwar scheiden sich an der Frage die Geister und die Gemüter erhitzen sich – für Herrchen stand von Anfang an fest: Nach der ersten Läufigkeit, woraufhin Lotta-Filipa sich übrigens scheinträchtig wähnte, wird Hundi kastriert. Das war klar. Die Entscheidung stand felsenfest.

hundeelend! © GvP
hundeelend! © GvP

Wohl hatte Herrchen die Rechnung nicht mit seinem inneren Schweinehund gemacht. Es schob den Eingriff vor sich her. Aus Gründen versteht sich! Erst musste sich Hundi von seiner Scheinschwangerschaft erholen, dann der Aufbaukurs in der Hundeschule absolviert werden und schließlich stand der „Tag der offenen Tür“ im hiesigen Tierheim an, wo Hundi unbedingt dabei sein wollte. Aus Gründen. Auch das versteht sich. Schließlich kommt Hundi da her.

Wider das bessere Wissen, dass Hunde jährlich mehr als nur einmal läufig werden, ließ Herrchen Zeit verstreichen. Zwar plagte ab und zu das Gewissen, weil Lotta-Filipas erstmalige Läufigkeit im Februar ein ziemlich langes Weilchen her war. Einen Termin in der Tierklinik zu vereinbaren, dazu allerdings konnte sich Herrchen nicht durchringen.

 in der Tierklinik © Sabine Münch
in der Tierklinik © Sabine Münch

Dabei schreckte der operative Eingriff weniger ab. Und zwar vornehmlich deshalb, weil Herrchen sich in Hundis Fall strikt an die Devise hält: Das Beste ist für Lotta-Filipa gerademal gut genug. Was in punkto ihrer tierärztlichen Versorgung freilich auch heißt: Koste es was es wolle… Wenn, dann beim Besten aller Chefärzte.

Kurzum: Den operativen Eingriff, der nach einer Scheinträchtigkeit ein Muss und zudem für jeden Tierarzt Routine ist, den schob Herrchen vor sich her. Und zwar deshalb, weil es sich nicht vorstellen mochte, wie es Hundi nach Narkose und Operation ergeht. Das Mitanzusehen, dass Hundi leidet, diesen Gedanken konnte Herrchen nicht ertragen. Und so saß es wider das bessere Wissen, dass in Bälde neuerlich eine Läufigkeit ansteht, die Kastration aus.

Die Uhr tickte. Bis es plötzlich unerwartet schnell (über den OP-Tisch) ging. Nach dem Stromern im hohen Gras schwoll am vergangenen Mittwoch zunächst Hundis linkes Auge zu, dann ihre Gesichtshälfte an. Herrchen ließ alles stehen und liegen. Ab in die Tierklinik – Untersuchung beim Chefarzt. Zufälligerweise bei genau jenem, auf den sich Herrchen für Hundis Kastration eingeschworen hatte. Der „Allerbeste der besten Berliner Tierärzte“ diagnosizierte eine harmlose, allergische Reaktion. Beiläufig ließ er dabei fallen, dass er tagsdarauf seinen dreiwöchigen Urlaub antritt.

armer Hund! © GvP
armer Hund! © GvP

Hundi wurde postwendend kastriert – vom Chefarzt höchst selbst. Und Herrchens Sorgen? Die bewahrheiteten sich : Nicht die OP ist das Problem, sondern ein Halter, dessen Nerven beim Anblick eines leidenden Hundes blank liegen…

BTW: Hundi geht es inzwischen wieder gut und Herrchen besser. Richtig gut geht es ihm freilich erst nach dem Fädenziehen am kommenden Sonntag. Dann nämlich, wenn der junge Springinsfeld wieder toben, tollen, spielen und rasen darf.

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6 Gedanken zu “Herrchen und das Hundeelend

  1. Bestimmt ist bald Sonntag, dauert gar nicht mehr lange. Und schon könnt Ihr wieder durch Wald, Feld und Wiese tollen, Stöckchen und Bällchen werfen, am Wegrand herumschnöseln, mit anderen Hunden Wettrennen bestreiten und gewinnen, alles aus dem Wasser retten, was sich dahin verirrt hat – und was Hund sonst noch alles so tolles mit Herrchen anstellen kann!
    Viele Grüße, Claudia und die Hundejungs (die beide ihre, natürlich sehr viel harmlosere, Kastration schon lange hinter sich haben :-))

    1. ich meine ja, jede Kastration ist dramatisch – und sei sei ihr Verlauf noch so harmlos oder unproblematisch… Aber: Womöglich sind Hundejungs – zumindest in dieser Sache – tatsächlich härter im Nehmen?

      1. Bei Hundejungs ist die OP aber wirklich einfach, weil der OP-Schnitt viel kleiner ist. Da ist der Hund dann am Operationstag noch ein wenig matt, allein schon von der Narkose, am nächsten Tag ein bisschen ruhiger und dann ist schon alles vergessen. Es muss einfach keine große Wunde heilen, es muss kein riesiger Verband getragen werden – die Fotos davon sind ja sehr beeindruckend – und es müssen auch keine Fäden gezogen werden. Manchmal ist es wirklich einfacher, Hund zu sein als Hündin. (Und heiße Hündinnen sind immer noch toll…, aber nicht mehr ganz so doll wie früher – manchmal muss frau sich aber trotzdem echt schämen).
        Wir drücken die Daumen, dass beim Fädenziehen alles in Ordnung ist: Claudia und die Hundejungs

      2. das wird. Hundi ist heute „fit wie ein Turnschuh“. Und ihre kleine Narbe sieht fein aus. Morgen werde ich sie aus dem Leibchen befreien und die Fäden sind tagsdrauf fällig.

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