Archiv für den Monat Mai 2014

Vom Wunder, Hund zu sein und dessen Herrchen sein zu dürfen

Welche Facetten kehrte Hundi heute raus? Herrchen, das sich täglich auf’s Neue verwundert, was so alles in Lotta-Filipa steckt, zieht ein spontanes Resümee. Heute gab Hundi unter anderem das:

(Dream)Team © Sabine Münch
(Dream)Team © Sabine Münch
  • Animateur
  • Aufpasser
  • Balljunkie
  • Charmeur
  • Coachpotato
  • Entdecker
  • Enten-, Mäuse-, Ratten-, Hunde-, Kaninchen- und Vögeljäger
  • Frechdachs
  • Grashüpfer
  • Hans-guck-in-die Luft
  • Kaspar
  • Langschläfer
  • Mimose
  • Müttersöhnchen
  • Naseweis
  • Nervensäge

    ein kleines Wunder © Sabine Münch
    ein kleines Wunder © Sabine Münch
  • Sammler
  • Schlingel
  • Schmusekatze
  • Springinsfeld
  • Sprinter
  • Torwart und Torjäger
  • Waldstreicher
  • Wasserratte
  • Weltenbummler
  • Wühlmaus
  • Zugpferd
wir... © Sabine Münch
wir… © Sabine Münch

Die Aufzählung ließe sich endlos fortführen. Hundi hat soo viele unterschiedliche Gesichter. Und jedes für sich verblüfft Herrchen immer wieder auf’s Neue: Ein Wunder, Hunde!

Addiert man freilich die einzelnen Posten, die Herrchen soeben spontan zusammentrug, dann steht unterm Strich das fest: Hunde sind wundersam und wunderbar! Und für Herrchen, das auf den Hund kam, ist Lotta-Filipa, das Hundi mit den vielen Gesichtern, ein Wunder. Ein Geschenk!  – Tja, Herrchen ist vernarrt. Was wiederum Bände für ein Herrchen spricht, das auf den Hund gekommen ist. Ja: Ich bin vernarrt in einen wundervollen, tollen Hund…

Auf der Leine…

Dass die Uhren im Erlenbusch anders ticken – davon war hier ja bereits die Rede… So scheint beispielsweise der Begriff „Hundehalter“ (der ja nahelegt, dass man einen Hund nicht nur hält, sondern auch zum Halten bringt) in Dahlem völlig anders konnotiert. Dem Anschein nach (nomen est omen) geht es dort eher darum, einen Hund gut aussehen, denn gut da stehen zu lassen…

spiel nicht mit den Schmuddelkindern... © GvP
spiel nicht mit den Schmuddelkindern… © GvP

Das jedenfalls legte die Begegnung mit den beiden Damen nahe, die zwei Hunde an der Schleppleine im Erlenbusch ausführten. Genauer gesagt: an langer Leine laufen ließen. Die Rassehunde, übrigens, äußerst gepflegt und très chic. Die Damen, die in ein angeregtes Gespräch vertieft waren, nicht minder. Jedenfalls entging ihnen, dass ihre Hunde Lotta-Filipa ins Visier nahmen. Hundi – dank Leine fest mit Herrchen verbunden – setzte sich in Position: Kommt mir nicht zu nahe. Heißt es nicht: Spiel‘ nicht mit den Schmuddelkindern?

Das hielt die beiden Hunde freilich nicht ab, auf Hundi und Herrchen loszustürmen. Mitsamt ihren Schleppleinen! Jeweils zehn Meter lang. Herrchen schwante nichts Gutes. Und da die Damen weiterhin mit sich selbst beschäftigt waren, ahnte es Böses. Hundi fackelte nicht lange. Es setzte zum Sprint an. Eine Flucht nach Vorne verhinderte ihre  Leine. Und so wetzte Lotta-Filipa (was blieb ihr anderes?) rund um’s Herrchen herum. Im Schlepptau zwei Hunde, die Lunte gerochen hatten und zudem zwanzig Meter Schleppleine hinter sich herzogen…

nun, denn! © GvP
nun, denn! © GvP

Es kam, was kommen musste: Herrchens Beine verfingen sich in den Schleppleinen. Kurz vorm Sturz zog es die Reißleine. Leinenlos flitzte Lotta-Filipa los – im Gepäck zwei Hunde an Schleppleinen. Und die Dahlemer Damen?

Die standen auf der Leine. Angebrachter wäre wohl gewesen: auf der Schleppleine. Die bekanntlich dem Zweck dient, einen Hund trotz langer Leine zum Stehen zu bringen…

Geh‘ doch in die Oberstadt…

Anders als die Rasenflächen, die direkt vor der Haustüre liegen, verdienen die begrünten Flächen im Dahlemer Erlenbusch tatsächlich diesen Namen. Nämlich den,  was im Berliner Grünanlagengesetz steht: „Geschützte Grünanlage“.

Hier nicht! © Sabine Münch
Hier nicht! © Sabine Münch

Hundi zieht es nebst Herrchen dort gerne hin. Der Weg ist kurz,  die Anlagen dehnen sich weit aus – und sie sind gepflegt! Sorge, dass Hundi dort allerlei zu fressen findet, was nicht in seinen Magen gehört,  braucht Herrchen im Erlenbusch nicht zu haben. Und anders als auf den stark frequentierten Rasenflächen direkt vorm Haus herrscht in Dahlem Gesetz und Ruhe. Was Herrchen, im Unterschied zu Lotta-Filipa, beim Gassigehen schätzt.  Begegnungen mit Haltern und deren Hunden  sind im Erlenbusch eher selten, weil die Hundehalter, die in Dahlem leben, in der Regel einen eigenen Garten haben, in dem ihr Hund sein Ding macht…

das "Tulpenschild" © Berliner Ordnungsamt
das „Tulpenschild“ © Berliner Ordnungsamt

Von unschätzbarem Wert ist, dass die Lakeien vom Berliner Ordnungsamt, nämlich jene, die Knöllchen an solche Halter verteilen, deren Hunde leinenlos in geschützten Grünanlagen herum laufen, dass die sich an den wenig frequentierten Orten, wie etwa im Dahlemer Erlenbusch, selten blicken lassen. Lohnt sich nicht! Geld in die Staatskasse fließt nämlich dort, wo sich das gemeine Volk in Ermangelung eines eigenen Gartens mitsamt Hunden im Freien tummelt…