Herrchen, das tut man nicht! Hunde im Frachtraum

Seit einigen Tagen wache ich Nächtens schweißgebadet auf. Albträume quälen, das schlechte Gewissen plagt mich: Rabenmutter! Ich setze Hundi großen Gefahren aus. #LottaFilipa wird Schaden nehmen. So ich den Erfahrungsberichten Glauben schenken sollte, die ich in den vergangenen Tagen im Internet gelesen habe, an Körper und an Seele. Das geht nicht gut aus! Das kann nicht gut ausgehen: Hund im Flugzeug – no go! Unten kommt keiner heile an. Das tut man Hund nicht an. Tierquälerei!

das tut man nicht © GvP
das tut man nicht © GvP

Die Mehrzahl jener Hunde, die im Transportraum eines Flugzeuges mitreisten, verenden elendiglich. Sie erfrieren, weil der Frachtraum nicht beheizt wurde. Sie sterben, weil die Luftzufuhr unterbrochen wurde. Mancher erbricht sich und erstickt daran. Einige verdursten. Andere wiederum krepieren, weil das Beruhigungsmittel, das Herrchen nach Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt verabreichte, in der Luft nicht die Wirkung hatte, die es auf Boden hätte haben sollen… Und so ein Hund die Tortur überleben sollte, dann ist er traumatisiert. Lebenslang! Lärm, Dunkelheit und Kälte setzen einer Hundseele stark  zu. Und dass Herrchen nicht in der Nähe ist, obwohl es kalt, dunkel und laut ist, das bringt Hundi vollends um den Verstand. – Kein Herrchen, das es gut mit seinem Hundi meint, würde mit Hund reisen, der im Frachtraum eines Fliegers sitzen muss…

Hund ist Gepäck! Sperrgepäck! Und dementsprechend geht das Bodenpersonal mit Hund, was wiederum heißt: mit der Transportbox um, in der Hundi sitzt. Nicht ungewöhnlich ist, dass das Bodenpersonal, das für das Beladen des Frachtraumes zuständig ist, die Box vergisst. Dann fliegt Hundi entweder gar nicht oder in einem Flieger mit, in dem Herrchen nicht sitzt. Ebenso häufig passiert, dass das Bodenpersonal Hund in der Transportbox vor dem Flieger auf dem Rollfeld stehen lässt – je nach Jahreszeit bei sengender Hitze oder klirrender Kälte…

Und dann die Geschichte von Basti! Tatsächlich hatte der Dackel das unglaubliche Glück, sowohl das Beladen des Fliegers und den Flug im Transportraum zu überleben. Man glaubt es kaum! Doch bekanntlich kommt das dicke Ende ja am Schluss. So auch bei Basti. Das Malheur passierte beim Entladen – ganz am Ende der Kette. Die Strecke vom Flieger zum Terminal ging gut. Wohl lief bei der Gepäckausgabe was schief. Die Transportbox wurde mit solcher Wucht auf das Rollband geknallt, dass sie auseinanderbrach. Und Basti? Hielt sich zunächst souverän auf dem Rollband, um schließlich zum Entsetzen der Passagiere, die ihr Gepäck erwarteten, hysterisch kläffend durch die Halle zu toben. Wer sich näherte, der wurde eines Besseren belehrt… Das tut man nicht! Mit Hunden fliegt man nicht!

nee, das tut man nicht das tut man nicht © GvP
nee, das tut man nicht! © GvP

Mit wem auch immer ich meine Sorgen und Albträume bespreche, der wendet sich kopfschüttelnd ab. Das tut man nicht. So etwa gestern der Verkäufer in der Tierbedarfshandlung, wo die Trinkflasche besorgt wurde, die aus Sicht der Airline gemäß hiesigen Bestimmungen des Tierschutzes außen an der Transportbox anzubringen ist. Der Verkäufer tippt sich an die Stirn: Würde die Airline den Tierschutz ernst nehmen, dann würden Hunde gar nicht fliegen. Das tut man nicht!

Ich schlafe schlecht. Mich quälen Albträume. Und zugleich frage ich mich: Laut Auskunft des Pressesprechers sind via AirBerlin (der Gesellschaft mit der wir am 18. Dezember in die Luft gehen) alljährlich 90.000 Hunde unterwegs… Kommen die alle unten heile nicht an?

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5 Gedanken zu “Herrchen, das tut man nicht! Hunde im Frachtraum

  1. Es ist wirklich erstaunlich, dass man im Web Katastrophenberichte zuhauf über fliegende Hunde auffindet, kaum aber klare nüchterne Informationen über die einfachsten Grundbedingungen, also die technischen Anforderungen eines solchen „Höllenflugs“. Also wie verläuft der Check-In, wie der eigentliche Flug, welche Box benötigt man bei der Airline XY. Dabei will man natürlich auch alles über das Prozedere und den Abflug in Deutschland als auch gerade die Ankunft auf einem womöglich noch unbekannten Auslandsflughafen detalliert in Erfahrung bringen. Und was bitteschön heißt „Sperrgepäck“ auf Griechisch, Spanisch oder Türkisch…

  2. Komisch, bislang sind solche Horrorgeschichten wohl an mir vorbei gegangen. Mein „Neuer“ wird demnächst seine Reise hierher antreten… und er wird es gut überleben. :))

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