Archiv für den Monat Oktober 2013

Stille Post…

Als wir heute vom Abendgassi nach Hause zurückkehrten, begegnete uns im Vorgarten ein fremdes Gesicht. Kaum hatte ich mir noch gedacht, eine Besucherin, konfrontierte mich die Fremde bereits mit einer Frage, die sie offensichtlich umtrieb: „Sagen Sie, sind Sie die, deren Hund am Lietzensee im Juni aufgefunden wurde?“ Da die Aussage auf #LottaFilipa zutraf, die am 6. Juni gemeinsam mit einem anderen Welpen in einem Pappkarton an besagtem See ausgesetzt wurde, wechselte ich mit der Unbekannten, obschon es Hundi nach oben zu ihrem Spielzeug trieb, mehr als nur einige Worte.

langeweile
no comment © GvP

Und so erfuhr ich, dass die Fremde ihrer weit entfernt lebenden Schwester eine Geschichte kolportiert hatte, die sie lediglich vom Hören kannte. Vom Schicksal eines Welpen, der an einem See ausgesetzt worden war. Von dort ins Tierheim kam, um Steglitz, wo der Hund schlussendlich ein zu Hause gefunden hatte, auf den Kopf zu stellen: „Oooh wie süß…“

Und wie reagierte die Schwester auf eine Kolportage, die heute Abend verifiziert wurde? Sie suchte ihr hiesiges Tierheim auf, wurde Gassi-Patin und trug sich fortan mit dem Gedanken, einem Hund ebenfalls ein zu Hause geben zu wollen…

Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass #LottaFilipas Beispiel Schule macht. Bis zu diesem Punkt: Die Schwester nahm einen Hund bei sich auf, um ihn wenige Tage danach wieder ins Tierheim zu bringen. Hundi war ihr zu quirlig…

Tja! Hund krempelt alles um. Komplett! Und wer dazu nicht bereit ist, sollte, bitte sehr, seine Finger von Hund lassen. Wer sich allerdings ernsthaft mit dem Gedanken trägt, das kann es nicht sein, wie ich lebe, dem rate ich dazu: Auf den Hund kommen…

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Die Nase oben!

Wer Hundi seit ihrem Einzug vor elf Wochen etwas näher kennenlernte, konnte Zeuge einer bemerkenswerten Metamorphose werden. Aus einem schüchternen Welpen, der sich vor Regen, Treppenstufen, Artgenossen und noch so manchem anderem ängstigte, entwickelte sich ein Energiebündel, dem kein Hindernis zu hoch, kein Wasser zu tief und erst recht kein anderer Hund groß genug ist. – „Welt?! Hier komme ich!“

ein guter Riecher © GvP
ein guter Riecher © GvP

Kurzum: #LottaFilipa marschiert vorneweg. – Mit Vorliebe dann, wenn bei Herrchen „bei Fuß“ angesagt ist. Das, wiederum, ist eine andere Geschichte, an der Herrchen arbeitet.

Neuerdings trägt sie die Nase, so diese nicht unten schnuffelt, hoch. Frei nach der Maxime „Welt?! Hier bin ICH!!! Mir kannst du nichts!“.

Und Herrchen? Denkt sich derweil: Eine gar süße Stupsnase…

Ein scharfer Zahn…

Zwei habe ich bereits gefunden! Keine große Sache, dachte ich mir. Dann allerdings wurde ich eines Besseren belehrt: Dass das nämlich ein großes Glück ist, überhaupt einen davon zu finden…

ein Milchzahn von #LottaFilipa © GvP
ein Milchzahn von #LottaFilipa © GvP

Die Rede geht von den Milchzähnchen, die #LottaFilipa verliert. Nun mag mancher einwenden, dass das der Rede nicht wert ist, dass #LottaFilipa zahnt. Welpen lassen Zähne. Ab dem vierten, fünften Monat verliert Hund die Milchzähne. Manchem Welpen merkt man das nicht an, andere wiederum leiden unter dem Zahnwechsel gar arg sehr.

Bewusst war mir jedenfalls nicht, dass sich aus einem Welpen, der die Welt mit viel Vorsicht entdeckt, ab dem Verlust seiner Milchzähnchen ein pubertierender Junghund entwickeln würde, der den dicken Max mimt: Mir gehört die Welt!

So etwa gestern beim Gassi, als ich mir dachte: „Shit! Kampfhunde kreuzen unseren Weg. – Nix wie weg!“ Sie hingegen: „Klasse! Gut gebaute Artgenossen. Nix wie hin!“ Zu meiner Beruhigung hatte Herrchen seine fünf Hunde an der kurzen Leine. Zum Ärgernis von #LottaFilipa, die es sich nicht nehmen ließ, fünf gut gebaute Artgenossen herauszufordern: „Spielt mit mir – Memmen ihr! Traut euch!“

Ich – Schweiß gebadet! Sie in ihrem Element. Und das Herrchen der Kampfhunde? Kaum mehr Herr der Kampfhunde…

Nach dem Schweiß badenden Erlebnis frug ich mich: Warum reizen #LottaFilipa, die ein Terrier-Mischling ist,  Kampfhunde aufs Blut? Wieso kennt sie bei dieser Art so gar keine Angst, da sie doch bei anderen (großen) Hunden bisweilen noch ein wenig ängstlich reagiert?

ich kann auch Ratten! © GvP
ich kann auch Ratten © GvP

Inzwischen bin ich ein wenig schlauer, weil ich mich unter anderem  bei Wikipedia schlau gemacht habe. Bei Hundekämpfen, die im 18. und 19. Jahrhundert ihre Blütezeiten hatten, kämpften in den Arenen nicht nur Hunde gegen Hunde, sondern auch gegen andere Tiere wie Bullen, Bären, Löwen oder Wildschweine. Und – man glaubt es kaum – im Rahmenprogramm kamen kleine Terrier zum Einsatz, die in einem vorgegebenen Zeitrahmen möglichst viele Ratten zu töten hatten…

Nun denn. Ich bin gefasst…